1  Einleitung

Innerhalb der Medienkommunikation hat sich in den letzten zwei Jahren ein Wandel vollzogen. Mit der Etablierung von Internetportalen wie Facebook oder Twitter ist ein Trend entstanden. Firmen, Politiker, Institutionen, Vereine sowie Privatmenschen interagieren und kommunizieren auf eine, bisher nie da gewesene, enge und persönliche Art und Weise. Es entsteht ein Level an Transparenz, der von jedem Teilnehmer eine authentische Selbstdarstellung erfordert. Der Mensch als Konsument, Kunde, Mitglied oder Politikinteressent lernt dies immer mehr zu schätzen. Dieser Trend ist nicht aufzuhalten.

2  Situation

Social Media, was ist das eigentlich? Die in der Einleitung angesprochenen Internetportale Facebook und Twitter sind die derzeit gängigsten Kanäle im neuen Internetzeitalter. Durch sie wird sehr deutlich sichtbar, worum es bei Social Media geht: Mitmachen. Während bis vor fünf Jahren das Internet hauptsächlich als Informationsmöglichkeit genutzt wurde, dient es heute als Interaktionsplattform.  Vor allem ebay, Amazon und andere Onlineshops haben diese Entwicklung vorangetrieben. Der Onlinemarkt wächst rasant (siehe Grafik rechts) und wird immer mehr überschüttet mit Kommunikationsplattformen, Nach-richtendiensten, Mails und Newslettern.

Die dadurch entstehende Informationsflut nimmt so sehr überhand, daß händeringend nach Kanalisierungsmöglichkeiten gesucht wird. Und genau darin liegt der Grund für den Boom den Social Media gerade erlebt. In einem Mikroblogging System wie Twitter kann man ganz gezielt wählen, von welchen Kanälen oder Anbietern Informationen abgerufen werden. Innerhalb eines sozialen Netzwerkes wie Facebook erhält der Teilnehmer ausschließlich Informationen für Themen, die ihn interessieren (profilgesteuert). Im Gegensatz zu den Fernsehangeboten kann man sich bei Youtube aussuchen was man sehen will, wann man dies sehen will und ganz nebenbei werden weniger GEZ Gebühren fällig. Per RSS-Feed können Nachrichten und Blogartikel (entspricht ungefähr der klassischen Kolumne) genau auf persönliche Bedürnisse und Interessensgebiete angepasst werden.

Die Zahl der Community-Mitglieder steigt stetig in allen Altersgruppen (siehe Grafik links) und immer mehr Anbieter, Provider, Teilnehmer, Autoren oder Kolumnisten können auf Grund der Transparenz im web 2.0 (anderer Ausdruck für Social Media) auch betrachtet und analysiert werden. Entscheidungen, von wem man Informationen und Nachrichten erhalten möchte, werden demnach von immer mehr Menschen deutlich fundierter getroffen, als noch vor wenigen Jahren. Diese Entwicklungen bringen natürlich auch Risiken mit sich. Vor allem für Unternehmen, Freiberufler, Vereine, Vereinigungen und Politiker. Stellt man sich selbst mangelhaft, ungenau oder nicht authentisch genug dar und beteiligt man sich nicht umfangreich, nicht zielgruppenaffin oder transparent (Zensuren!) genug am Social Media Geschehen, hat dies geschäftsschädigende Folgen. In vielen Fällen springen Firmen unentschlossen und unbedacht auf den Zug Social Media auf, ohne direkte Kapazitäten (menschlicher Art) dafür einzuplanen. Dies ist vor allem durch Unwissenheit, aber auch durch Fachkräftemangel bedingt. Schon jetzt entwickeln sich neue Berufsfelder wie Community Manager, SMO-Spezialist, Social Media Communicator oder Social Media Manager die es mit gut ausgebildetem Personal zu besetzen gilt. Aus der angesprochenen Unwissenheit heraus zögern auch noch sehr viele Einzelunternehmer, Freiberufler oder größere Firmen, sich am web 2.0 zu beteiligen.

Um die Gesamtsituation hinsichtlich Social Media und zukünftigen Entwicklungen in der Medienkommunikation zu verbessern, ist es wichtig, Wissen auf bisher herkömmliche Weise zu transportieren. Eine unabhängige, solide, nicht erfolgsorientierte Einrichtung bietet die richtige Basis für die Früherkennung von Fachkräftebedürnissen zum Einen und einen strukturierten und  objektiven Wissenstransfer zum Anderen.

3  Aufgaben

Das zu errichtende Kompetenzzentrum für Medienkommunikation wird bestimmte Aufgaben übernehmen, um dem Allgemeinwohl an sich, der Optimierung der Situation in der Medienkommunikation grundlegend und einer Verbesserung des Wissensstandes über Social Media im Speziellen dienen zu können. Die Struktur dieser Aufgaben stellt sich folgendermaßen dar:

3.1  Wissenstransfer

Hier liegen die Aufgaben vor allem in der Verbreitung von Wissen über altbewährte Kanäle. Dies beinhaltet das Durchführen von Informationsveranstaltung, Rundschreiben, Veröffentlichungen in Fachzeitschriften oder Amtsblättern und Einladungen zu Weiter- bzw. Fortbildungsmaßnahmen, sowie das Anfertigen und Verteilen von Statistiken. Dabei gilt es zu berücksichtigen, daß alle Maßnahmen auch auf die jeweiligen Zielgruppen angepasst und speziell für diese ausgearbeitet werden. Ein wichtiger Bestandteil des Wissenstransfers bildet die Beratung. In direkten Gesprächen können Sinn, Zweck, Nutzen und Risiken von Social Media am besten erläutert werden.

3.2  Kommunikation & Networking

Die Aufgaben in der Kommunikation erstrecken sich über alle Kanäle. Sowohl online als auch offline. Die Funktion des Netzwerkes spielt dabei eine besondere Rolle. Es wird nicht nur die Aufgabe des Kompetenzzenrums sein die Kommunikation mit Wirtschaft, Verbänden, Politik und Gesellschaft aufzunehmen, sondern gleichermaßen auch zwischen den Parteien anzuregen, zu fördern und zu unterstützen. Der Erfolg wird daran gemessen werden, ob z.B. Bürger und Politiker im Laufe der Zeit enger und intensiver miteinander kommunizieren und etwa die Gesprächsbasis zwischen Wirtschaft und Verbänden vertieft werden kann. Social Media soll und wird dabei helfen. Altbewährte Kanäle werden ein anfängliches Mittel zum Zweck sein.

3.3  Anlaufstelle & Vorbildfunktion

Um die Authenizität des Kompetenzzentrums zu gewährleisten, besteht eine wichtige Aufgabe darin, Social Media vorzuleben und für diesbezügliche Fragen erste Anlaufstelle zu sein. Technisch und trendmäßig gilt es stets auf dem neuesten Stand zu sein. Service und Support können in der heutigen Zeit sehr unbürokratisch und in Echtzeit über diverse Media und Kanäle angeboten werden. Die Erreichbarkeit kann ebenfalls durch die heute übliche Technik gewährleistet werden. Die Aufgabe besteht nun darin, als Vorbild die breitere Masse zu erreichen und zu zeigen, wie positiv sich Wirkung und Nutzen für jeden Einzelnen gestalten.

3.4  Erkennung und Klärung von rechtlichen Aspekte

Durch neue Techniken, weiterentwickelte Anwendungen, und innovative Kommunikationsansätze stellt Social Media völlig neue Anforderungen an Juristen. Die Entscheidung des Landgerichtes Berlin in einem Abmahungsfall zweier Onlineshop Betreiber war die erste Entscheidung überhaupt, die sich zumindest indirekt auf die rechtlichen Klärung datenschutztechnischer Aspekte des „Gefällt mir“ Buttons (= Marketing Anwendung von Facebook) bezog. Beispiele wie der eben genannte „Gefällt mir“ Button gibt es jedoch sehr viele. Die rechtliche Klärung fehlt bis dato gänzlich. Das Kompetenzzenrum wird auch hier in Kooperation mit affinen Anwälting als Ansprechpartner und „Entwicklungshelfer“ dienen.

3.5  Forschung & Entwicklung

Zuletzt ist es auch Aufgabe des Vereins, neue Möglichkeiten, Technikausprägungen und Trends voranzutreiben und für Weiterentwicklung zu sorgen. Speziell im Bereich der menschlichen Resourcen bedeutet dies aktiv Nachwuchsförderung zu betreiben. Jungen Menschen werden Zukunftsperspektiven geboten, indem sie für Arbeitsstellen ausgebildet werden, die in Zukunft benötigt werden. Die Forschung generiert Bedarfe an gewissen Stellenprofilen. Die Entwicklung sorgt dafür, dass diese Stellen zukünftig auch adäquat besetzt werden können.

Das folgende Strukturkonzept stellt dar, wie die Aufgaben organisiert und verteilt werden:

4  Vorteile

4.1  Für die Gesellschaft

4.1.1  Informationsplattform und Anlaufstelle für Medienkommunikation, Social Media und die Chancen und Risiken die sich ergeben.
4.1.2  Erforschung und Entwicklung neuer Technologien und Trends
4.1.3  Beratung für Medienkommunikation und für den Umgang mit Social Media
4.1.4  Organisator von Informationsveranstaltungen
4.1.5  Organisation von Schulungs- und Weiterbildungsmaßnahmen

4.2  Für KMU

4.2.1  Zuverlässige Informationsquelle zu allen Belangen im Bereich Social  Media
4.2.2  Starker Dienstleister für die Bereitstellung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen.
4.2.3  Effizienter Ansprechpartner zu allen Fragen über Medienkommunikation, besonders im Bereich Social Media und die Chancen und Risiken die daraus entstehen.
4.2.4  Qualifizierung von Personal im Bereich Medienkommunikation & Social Media
4.2.5  Organisation der Weiterbildung und Vermittlung von Fachkräften
4.2.6  Organisator von Informationsveranstaltungen

4.3  Für Bildung und Wissenschaft

4.3.1  Koordination des Informationsaustausches über Neuigkeiten und Trends
4.3.2  Kontaktpflege zu und Vernetzung von Wissenschaft, Wirtschaft, Politik & Gesellschaft
4.3.3  Unterstützung der Vermittlung von Praktikanten, Diplomanden und Doktoranden
4.3.4  Weiterbildung des internen Personals aus Bildung & Wissenschaft für Social Media
4.3.5  Organisator von Informationsveranstaltungen

4.4  Für Politik

4.4.1  Ansprechpartner für Informationen, Schulungen und Weiterbildung im Bereich Social Media
4.4.2  Beratung für Social Media Marketing und Kommunikation
4.4.3  Netzwerkpartner für Bildung, Arbeit und Gesellschaft
4.4.4  Effizienter Ansprechpartner zu allen Fragen über Medienkommunikation, besonders im Bereich Social Media und die Chancen und Risiken die daraus entstehen.
4.4.5  Organisator von Informationsveranstaltungen

4.5  Für Vereine und Verbände

4.5.1  Informationsplattform und Anlaufstelle für Medienkommunikation, Social Media und die Chancen und Risiken die sich ergeben.
4.5.2  Erforschung und Entwicklung neuer Technologien und Trends
4.5.3  Beratung für Medienkommunikation und für den Umgang mit Social Media
4.5.4  Organisator von Informationsveranstaltungen
4.5.5  Qualifizierung von Personal im Bereich Medienkommunikation & Social Media

5  Nutzen

  • Frühzeitige Erkennung von Fachkräftebedarf und die
  • Vermeidung von Fachkräftemangel
  • Akzeptanz zwischen Politik, Verbänden, Wirtschaft und Gesellschaft wird stark verbessert
  • Errichtung eines Früherkennungssystems für zukünftige Trends und damit
  • die Standortverbesserung Sachsen-Anhalts im Bereich Medienkommunikation & Social Media
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