Barcamp 2016: Digitale Stadt – Smart City

Ja Wahnsinn – vielen Dank an alle die uns unterstützt haben und vor Ort waren! Vielen Dank an über 100 Teilnehmer, 25 Sessions am Samstag und Sonntag, viele nette Gespräche und neue Kontakte. Das werden werden wir sicher nochmal machen.

Das Video zum Barcamp 2016 „Digitale Stadt – Smart City“

Jetzt haben wir alles setzen lassen, noch einige Zeit in die Nachbereitung gesteckt und auch das Video von Erik bekommen. Das wollen wir euch nicht vorenthalten. Viel Spaß beim Anschauen & Teilen!

Eine Vision für die Stadt der Zukunft entwickeln

Eine Session hatte den beschreibenden Titel „In welcher Stadt wollen wir leben?“. Eine Frage, die im Rahmen der Stadtentwicklung noch nicht häufig genug gestellt wurde – jedenfalls fehlt vielen aktuell eine klare Vision für die Stadt. Wohin soll die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt gelenkt werden? Lagerhallen am Stadtrand ohne Wertschöpfung können jedenfalls keine nachhaltige Antwort sein, um die vielen Absolventen der drei Hochschulen im Umfeld von Halle langfristig zu binden.

Warum in die Ferne schweifen? – Das Gute liegt so nah!

Die folgenden Punkte sind die Ergebnisse der Sessions. Diese beinhalten sicherlich nicht alle Ergebnisse, da nicht alles dokumentiert wurde. Fehlen euch ein paar Infos oder könnt ihr noch ergänzen? Dann schreibt uns einen Kommentar!

Politik

  • Es bestehen erhebliche Unterschiede zwischen Unternehmen der Web-, IT- und Kreativ-Wirtschaft! Politisch werden sie, aufgrund zahlreicher Schnittmengen, gerne zusammen betrachtet, jedoch entspricht dies nicht deren Interessen. Vereinfacht:
    • IT-Wirtschaft: Systemhäuser für Warenwirtschaft, ERP, CRM, Hardware und Infrastrukturen
    • Web-Wirtschaft: Agenturen für Erstellung und Betrieb von Websites & Onlineshops
    • Kreativ-Wirtschaft: Designer (Produkte, Grafik usw.), Fotografen, Künstler
  • Um ihre Ziele und Interessen zu vertreten, müssen sich Vertreter der jeweiligen Bereiche stärker in den politischen Willensbildungsprozess einbringen (Stadtratssitzung etc.). Wenn Unternehmern die Zeit fehlt, dies kontinuierlich selbst zu tun, dann müssen sie verstärkt über Verbandsarbeit Einfluss nehmen.
  • Auf der anderen Seite fehlt es auf politischer aber auch institutioneller Seite (Bspw. IHK) an kompetenten Ansprechpartnern, die dann die Informationen auch umsetzen können.
  • Förderung des Ausbaus und der Verbesserung der Rahmenbedingungen, statt Förderung einzelner Unternehmen

Stadt

  • Digitale Wirtschaft als Innovationstreiber und Wirtschaftskraft erkennen und aktiv damit werben/ in den wirtschaftlichen Fokus setzen

Wenn die genannten Wirtschaftszweige in den Fokus der wirtschaftlichen Entwicklung rücken sollen, muss von beiden Seiten der Dialog/Austausch intensiviert werden.

  • E-Mobility: mehr E-Bike Stationen und Ladestationen
    • Wenn man flexibler E-Bikes holen und woanders abstellen könnte, würden es mehr Menschen nutzen.
    • Städtische Einrichtungen als Vorreiter nutzen: Elektroautos als Dienstfahrzeuge
    • Unternehmen für Mitarbeiter: Ladestation und/oder E-Bike-Station auf Betriebsgelände
    • Flächendeckende Infrastruktur führt zu flexibleren und günstigeren Preismodellen
  • E-Government: sich selbst online verwalten (zentrales Bürgerkonto; Vgl. nächsten Punkt zum ÖPNV + mobiles Parken)
    • Keine Insellösungen (jeder Dienst durch eine andere App o.ä. angeboten), sondern jetzt größer planen
  • vom Auto zu ÖPVN
    • Personen durch flexible Abrechnung motivieren, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen
    • Nutzung ohne Tickets: Telefon prüft, wo man ein-/aussteigt und rechnet am Monatsende automatisch ab.
    • Dabei kombiniert das System selbst und sucht für das jeweilige Fahrverhalten die beste Ticketkombination → automatischer ‚Best Price‘
  • Wenn aber die Nutzung des Autos unumgänglich scheint, dann mobiles Park-Ticket (eine Insellösung ist wohl in Arbeit)
    • Digitale Abrechnung über Bürgerkonto oder direkt via ‚App‘
  • Open Data: erfasste Daten öffentlich bereitstellen
    • Lokale Daten sind eine Basis für Innovationen und neue Geschäftsmodelle.
    • Daten wurden mit Steuergeldern erhoben → gehören dem Steuerzahler → sollten dem Bürger zugänglich gemacht werden
  • Regionale Communities zur Förderung der digitalen Bildung
    • Schaffen von Rahmenbedingungen (Räume, Ansprechpartner, Marketing)
  • Remote Arbeiten
    • Schaffen von Einzelarbeitsplätzen (CoWorking o.ä.) mit ’schneller‘ Internetverbindung zu marktüblichen Konditionen
    • Halten von Absolventen der Unis, da sie dann unabhängig vom Ort ihres Arbeitgebers arbeiten können
  • Schulen (ist mehr Sache des Landes)
    • Schüler auch technisch bilden: nicht nur konsumieren, sondern Funktionen verstehen und aufklären
    • Schaffen von Kommunikationsplattformen für Lehrer, Eltern und Schüler (speziell dafür ausgerichtetes und datenschutzkonformes social network)
    • Weiterbilden der Lehrer in digitaler Kompetenz (Nutzung von mobilen Endgeräten, Facebook und Co, Internet)
    • Anpassung des Studiums der Lehrer in Hinblick auf digitale Kompetenz
    • Integration von Smartphone, Tablets und ähnliches in den Unterrichtsalltag
      • Einsatz von Schulbüchern im eBook-Format, sodass schwere Schulbücher in der Schule bleiben könnten
      • Dieser Einsatz bedingt flächendeckende, digitale Schulunterlagen – starke Lobbyarbeit der Verlage zu erwarten
  • Smart Home – Internet of Things (IoT)
    • Fluch oder Segen?
      • Immer mehr Geräte sind mit dem Internet verbunden → immer mehr Angriffsflächen für Hacker
      • Abhängigkeit von Technik und Software
      • Treibt eine noch größere Kluft zwischen Arm und Reich
      • Vollautomatisierte Steuerung der Haushaltsgeräte
      • Keyless Entry: Schlüsselfreier Zugang zu Haus und Hof
    • Mehr Aufklärungsarbeit nötig, um breitere Teile der Gesellschaft bei dem schnellen Wandel mitzunehmen
    • Technikverständnis hat das Potential, Bevölkerungsteile zu trennen
  • Straßenbeleuchtung „on Demand“
    • Entweder per Bewegungsmelder, oder auch nach Bedarf (Selbstaktivierung der Bürger durch z.B. spezielle App)
    • Dies würde extrem Stromverbrauch und Lichtsmog reduzieren – wo niemand ist, macht auch niemand Licht an.

Einzelhandel

  • Der Handel macht die Rolle Rückwärts – von Online zu Offline: z.B. will amazon ‚Tante Emma-Läden‘ flächendeckend einführen
    • Bietet Chancen und Geschäftsmodelle für Unternehmen in der Stadt (u.a. bzgl. Auslieferung: Drive-Through, Belieferungen etc.)
    • Praxisbeispiel Schöne-Läden App: Angebot der Geschäfte durchsuchbar machen durch Erweiterung
      • Jeder Laden pflegt seinen Datenbestand, Kunde sucht in App seine Wunschprodukte, die dann abgeholt oder geliefert werden können.
      • Vorteil: bessere Übersicht, wo welche Produkte zu finden sind
        • Erspart dem Kunden Zeit (momentane Situation: Kunde durchstreift mehrere Läden, um sein Wunschprodukt zu finden)

Marketing

  • Verschiedene Soziale Netzwerke für lokales Marketing nutzen: Analyse der Zielgruppe zur Optimierung der Marketing-Kanäle
  • Beacons und andere lokale Navigationssysteme können ein Kanal sein

Programmierung

  • ‚Progressive Web Apps‘ – Websites, die sich auf dem Telefon wie native Apps ‚anfühlen‘
    • Dies stellt eine günstigere Möglichkeit auch für kleinere Unternehmen dar, Inhalte für die zunehmend mobilen Kunden optimal zur Verfügung zu stellen.
    • Ziele der ‚App‘ genau definieren (Vgl. Hinweise zur Schöne-Läden-App: eigenen Warenbestand erfassen und online Daten anbieten)

Einige Eindrücke von den 3 Tagen

Wenn ihr noch schöne Bilder habt, sendet uns bitte eine Mail, damit wir diese hier veröffentlichen können.

Vielen Dank für euer Feedback! Dieses werden wir für die Planung unser nächstes Barcamp im Jahr 2017 nutzen und freuen uns, euch wiederzusehen!

Christian, Lucio & Gordon

Barcamp 2016: Digitale Stadt – Smart City
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